Blutbild groß

Kurzform: BBG
Mailbox-Kürzel: BBG
Bevorzugtes Material: EDTA-Vollblut
Alternativmaterial: -
Ausnahmematerial: -
Erforderliche Kriterien: Probenvolumen > 1500 µl
Ausnahme: 500 µl bei Verwendung von Kinder-Abnahmematerial.
keine geronnenen Proben
korrektes Mischungsverhältnis
Einschränkungen/Interferenzen: -
Methode: Flowcytometrie
Untere Nachweisgrenze (analytische Sensitivität): -
Umrechnungsfaktoren: -
Referenzintervalle:  
Bemerkungen: BBG enthält die folgenden Bestandteile:
ERY      Erythrozyten
ERYhyp      hypochrome Erythrozyten
HB      Hämoglobin
HKT      Hämatokrit
MCV      MCV
MCH      MCH
MCHC      MCHC
TROM      Thrombozyten
LEUK      Leukozyten
DIFF      Masch. Differenzierung
NEUT      Neutrophile
LYMP      Lymphozyten
MONO      Monozyten
EOS      Eosinophile
BASO      Basophile
LUC      LUC (Large Unstained Cells)
NEUTa      Neutrophile absolut
LYMPa      Lymphozyten absolut
MONOa      Monozyten absolut
EOSa      Eosinophile absolut
BASOa      Basophile absolut
LUCa      LUC absolut
Literatur/Quelle: Bayer ADVIA® 120 – Informationen für Gerätedemonstration

Blutbild groß:

Ergänzend zum kleinen Blutbild wird hier das Differentialblutbild bestimmt.

Klinische Bedeutung:

Vgl. auch die Angaben zum kleinen Blutbild.

Differentialblutbild:

Hierbei wird die prozentuale Erfassung der Leukozyten, der granulozytären, monozytären sowie lymphatischen Reihen vorgenommen. Neben der prozentualen Verteilung wird auch eine Beurteilung der absoluten, sowie der qualitativen Veränderungen vorgenommen. Ebenso werden morphologische Veränderungen der Erythrozyten erfasst.

 

Neutrophilie (Vermehrung der neutrophilen Granulozyten) ist die häufigste Form der Leukozytose und kommt bei nicht viralen Infekten, Stoffwechselentgleisungen wie Coma diabeticum, uraemicum und hepaticum, Neoplasien, Gichtanfall, Impfungen sowie Glukokortikoid-Therapie vor. Eine Neutropenie findet sich bei Virusinfekten, Typhus, Zytostatika-Therapie, Allergien und Hypersplenismus.

 

Eosinophilie kann im Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen, Parasiteninfektionen, Kollagenosen, Sarkoidose, Scharlach, sowie Morbus Hodgkin auftreten. Vermindert sind die eosinophilen Granulozyten bei Typhus, Masern, Glukokortikoid-Therapie und Stress. In der Heilphase einer Infektion kann es ebenfalls reaktiv zu einer Eosinophilie kommen.

 

Eine Vermehrung der basophilen Granulozyten kommt selten vor. Man findet sie bei chronisch myeloproliferativen Erkrankungen, wie chronische myeloische Leukämie und Polycythämia vera, sowie bei Krankheitsbildern mit erhöhten Blutfettwerten.

 

Monocytose kann vor allem bei Lues, Tuberkulose, bei bakterieller Endokarditis und in der Erholungsphase nach verschiedenen bakteriellen Akuterkrankungen vorkommen. Weiter werden Monozytosen bei chronisch entzündlichen Erkrankungen beobachtet. Eine Monozytopenie ist sehr selten. Charakteristischerweise tritt sie bei der Haarzellenleukämie auf.

 

Eine Lymphozytose fällt regelmäßig während der letzten Phase eines Infektes, sowie bei Virusinfektionen auf. Hochgradig lymphatische Reaktionen mit morphologisch veränderten Lymphozyten, den Lymphoidzellen oder atypischen Lymphozyten, sind charakteristisch für die infektiöse Mononucleose (Morbus Pfeiffer). Lymphozytopenien kommen oft in der ersten Phase eines Infektes, sowie bei Glukokortikoid-Therapie, Cushing-Syndrom und Zytostatika-Therapie vor.

Linksverschiebung:

Eine Vermehrung der jugendlichen Vorstufen der Neutrophilen im peripheren Blut bezeichnet man als Linksverschiebung. Diese kann bei akuten Infekten, Eiterungen und einschmelzenden Tumoren vorkommen. Differentialdiagnostisch wichtig ist das Ausmaß der Linksverschiebung. Treten Blasten im peripheren Blut auf, so ist eine primäre Erkrankung der Hämatopoese auszuschließen.

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