| Kurzform: | LIP |
| Mailbox-Kürzel: | LIP |
| Bevorzugtes Material: | Serum |
| Alternativmaterial: | Heparin-Plasma |
| Ausnahmematerial: | - |
| Erforderliche Kriterien: | Probenvolumen > 500 µl |
| Einschränkungen/Interferenzen: | Ikterus: keine wesentliche Beeinflussung bis zum Index I von 60 (60 mg/dl) Hämolyse: keine wesentliche Beeinflussung bis zum Index H von 500 (500 mg/dl) Lipämie: keine wesentliche Beeinflussung bis zum Index L von 1000 (1000 mg/dl) |
| Methode: | Enzymatischer Farbtest für klinisch-chemische Analysensysteme |
| Untere Nachweisgrenze (analytische Sensitivität): | 3 U/l (0,05 µkat/l) |
| Umrechnungsfaktoren: | U/l x 0,0167 = µkat/l |
| Referenzintervalle: | s. Liste der biologischen Referenzintervalle |
| Bemerkungen: | EDTA-, Oxalat-, Fluorid- und Citrat-Plasma führen zu erniedrigten Wiederfindungen (Hemmung der Lipase-Aktivität) |
| Literatur/Quelle: | Packungsbeilage Roche Diagnostics GmbH, Mannheim |
Quantitative Bestimmung von Lipase in Humanserum und -plasma mittels enzymatischen In-vitro-Tests.
Die Glykoproteine Lipasen haben ein Molekulargewicht von 47.000 Dalton und sind definiert als Triglycerid-Hydrolasen, die als Katalysator bei der Spaltung von Triglyceriden zu Diglyceriden mit anschließender Bildung von Monoglyceriden fungieren. Bei Pankreaseerkrankungen wird die Pankreaselipase, neben der -Amylase, als einer der differnzialdiagnostisch wertvollsten klinisch-chemischen Analyseparameter geschätzt. Die Bestimmung der Lipaseaktivität, die bei einer akuten Pankreatitis innerhalb von vier bis acht Stunden ansteigt, dann nach 24 Stunden ihren Höchststand erreicht, um schließlich innerhalb von acht bis 14 Tagen wieder abzunehmen, erzielt aufgrund der beschriebenen schnellen Freisetzung eine große Spezifität, wobei jedoch die gemessene Lipaseaktivität im Serum nicht mit dem Ausmaß der Pankreaseschädigung in Bezug steht. Die Laborgemeinschaft Hamburg bedient sich eines Analyseverfahrens, das auf der Spaltung eines mit Gallensäuren emulgierten spezifischen Lipasefarbsubstrats, dem 1,2-O-Dilauryl-rac-glycero-3-glutarsäure-(6-methylresorufin)-ester, basiert. Das Pankreasenzym kann mit der Kombination aus Gallensäure und Colipase spezifisch erfasst werden, da Colipase ausschließlich Pankreaslipase als einziges im Serum vorkommendes lipolytisches Enzym aktiviert. Ohne Colipase ist praktisch keine Lipaseaktivität nachzuweisen. Die Reaktion von im Serum vorkommenden Esterasen mit dem Farbsubstrat aufgrund der hohen negativen Grenzflächenladung wird durch den hohen Cholaten-Anteil ausgeschlossen.