Qualitativer Screeningtest, bei positivem Befund Bestätigungsanalyse in der Facharztpraxis mittels GC-MS empfohlen.
| Kurzform: | KOKA |
| Mailbox-Kürzel: | KOKA |
| Bevorzugtes Material: | Urin |
| Alternativmaterial: | - |
| Ausnahmematerial: | - |
| Erforderliche Kriterien: | Probenvolumen > 1000 µl |
| Einschränkungen/Interferenzen: | - |
| Methode: | KIMS (kinetic interaction of microparticles in a solution) |
| Untere Nachweisgrenze (analytische Sensitivität): | Cutoff 300 µg/l |
| Umrechnungsfaktoren: | - |
| Referenzintervalle: | negativ |
| Bemerkungen: | - |
| Literatur/Quelle: | Testanleitung Roche Diagnostics GmbH, Mannheim |
Semiquantitativer und quantitativer vorläufiger Nachweis von dem Hauptmetaboliten von Kokain, dem Benzoylecgonin, in Humanurin mittels In-vitro-Diagnosticum, der mit weiteren spezifischen chemischen Verfahren, idealerweise mit einer Gaschromatographie/Massen-spektrometrie (GC/MS), bestätigt und unter Berücksichtigung der klinischen Symptome, insbesondere bei einem positiven Ergebnis, fachlich beurteilt werden muss.
Das potente Stimulans des ZNS und Lokalanästhetikum Kokain kommt in der Natur in den Blättern der Cocapflanze vor und besitzt eine kürzere Wirkung als die ihm in seiner pharmakologischen Wirkung ähnlichen Amphetamine. Die Auswirkungen von Kokainkonsum sind
jedoch auch
Nach einem Rausch stellt sich eine erhöhte Reizbarkeit, ein Schwächegefühl, das Verlangen nach mehr von der Droge bis hin zu Angstzuständen, Halluzinationen und Paranoia ein, sodass hier häufig auch auf andere Drogen ausgewichen wird, um die Crash-Symptome zu reduzieren. Die Aufnahme von Kokain erfolgt in der Regel intranasal, es kann aber in seiner reineren freien Grundform auch geraucht werden, über die Nasen- und Lungenschleimhäute gelangt es dann schnell in die Blutbahn. Da es im Magen-Darm-Trakt abgebaut wird, bleibt eine orale Aufnahme wirkungslos. Durch die Hydrolyse von Esterbindungen zu Benzoylecgonin wird Kokain recht schnell inaktiviert, während Cholinestreasen es im Blut zu Ecgoinmethylester hydrolisieren, sodass seine Wirkung zwar sehr intensiv, aber nur von kurzer Dauer ist. Beide Metaboliten können dann in der Folge zu Ecgonin hydrolisiert werden. Nicht metabolisiert besitzt es eine Fettgewebeaffinität und gelangt so recht schnell ins Gehirn. Die Ausscheidung der eher wasserlöslichen Metaboliten erfolgt zusammen mit unveränderten Drogenbestandteilen vollständig über den Urin, wobei Benzoylecgonin den Hauptmarker zum Nachweis von Kokainkonsum darstellt.
Die Nachweisbarkeit im Urin beträgt ca. 1-2 Tage.