HDL-Cholesterin

Kurzform: HDL
Mailbox-Kürzel: HDL
Bevorzugtes Material: Serum
Alternativmaterial: Heparin-Plasma
Ausnahmematerial: -
Erforderliche Kriterien: Probenvolumen > 500 µl
Einschränkungen/Interferenzen: Ikterus: keine wesentlich Beeinflussung bis zum Index I von 30 (30 mg/dl)
Hämolyse: keine wesentlich Beeinflussung bis zum Index H von 1200 (1200 mg/dl)
Lipämie: keine wesentlich Beeinflussung bis zum Index L von 1000 (1000 mg/dl)
Methode: Homogener enzymatischer Farbtest für Klinisch-Chemische Analysensysteme
Untere Nachweisgrenze (analytische Sensitivität): 3 mg/dl (0,08 mmol/l)
Umrechnungsfaktoren von mg/dl: mg/dl = mmol/l x 38.66 (SI)
mmol/l = mg/dl x 0.0259
Referenzintervalle: s. Liste der biologischen Referenzintervalle
Bemerkungen: EDTA-Plasma führt zu erniedrigten Resultaten
Literatur/Quelle: Packungsbeilage Roche Diagnostics GmbH, Mannheim

HDL-Cholesterin:

Direkte quantitative Bestimmung von HDL-Cholesterin in Serum und Plasma mittels enzymatischen In-vitro-Tests.

Klinische Bedeutung:

Der Rücktransport von Cholesterin aus den peripheren Zellen in die Leber, wo es dann zu Gallensäuren umgesetzt und über die Gallenwege in den Darm ausgeschieden wird, findet durch die so genannten High Density Lipoproteins statt. Es besteht eine klinische Relevanz der HDL-Cholesterin-Überwachung im Serum, da eine umgekehrte Beziehun zwischen dessen Konzentrationen und dem Risiko atherosklerotischer Krankheiten Beziehung besteht. Während HDL-Erhöhungen einen protektiven Effekt auf die koronare Herzkrankheit haben, beinhalten verringerte Werte – vor allem in Verbindung mit erhöhten Triglyceriden – ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.

 

Es gibt unterschiedliche Methoden (Ultrazentrifugationsanalyse, Elektrophorese, HPLC) der HDL-Cholesterin-Bestimmung, routinemäßig erfolgt diese mit den Fällungsmethoden, bei denen HDL-Cholesterin durch Fällung Apoprotein-B-haltiger Lipoproteine mit einer Kombination aus Polyanionen in Gegenwart divalenter Kationen (Dextransulfat/Magnesiumchlorid oder Phosphorwolframsäure/Magnesiumchlorid) abgetrennt wird. Diese Verfahren sind jedoch zeitaufwendig und nicht automatisierbar, sodass ein großer Bedarf an einer einfachen und zuverlässigen Methode ohne Vorbehandlung besteht.

 

Die in der Laborgemeinschaft Hamburg angewandte Methode zur direkten Bestimmung von HDL-Cholesterin in Serum und Plasma verwendet Dextransulfat sowie die PEG-modifizierten Enzyme Cholesterinesterase und Cholesterinoxidase, die selektive katalytische Aktivitäten gegenüber Lipoprotein-Fraktionen mit zunehmender Reaktionsfähigkeit in der Reihenfolge

LDL < VLDL ≈ Chylomikronen < HDL

zeigen. Die Probenentnahme sollte vorzugsweise im Nüchternzustand (nach 9-12h Fasten) erfolgen. Postprandiale HDL-Werte sind kleiner als im Nüchternzustand.

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