Cannabis-Metaboliten

Qualitativer Screeningtest, bei positivem Befund Bestätigungsanalyse in der Facharztpraxis mittels GC-MS empfohlen.

Kurzform: CANN
Mailbox-Kürzel: CANN
Bevorzugtes Material: Urin
Alternativmaterial: -
Ausnahmematerial: -
Erforderliche Kriterien: Probenvolumen > 1000 µl
Einschränkungen/Interferenzen: -
Methode: KIMS (kinetic interaction of microparticles in a solution)
Untere Nachweisgrenze (analytische Sensitivität): Cutoff 100 µg/l
Umrechnungsfaktoren: -
Referenzintervalle: negativ
Bemerkungen:  
Literatur/Quelle: Testanleitung Roche Diagnostics GmbH, Mannheim

Cannabis-Metaboliten:

Semiquantitativer und quantitativer vorläufiger Nachweis von Cannabis-Metaboliten (Tetrahydrocannabinol, THC II) in Urin mittels In-vitro-Diagnosticum, der mit weiteren spezifischen chemischen Verfahren, idealerweise mit einer Gaschromatographie/Massen-spektrometrie (GC/MS), bestätigt und unter Berücksichtigung der klinischen Symptome, insbesondere bei einem positiven Ergebnis, fachlich beurteilt werden muss.

Klinische Bedeutung:

Obwohl einige verschiedene Cannabinoide zur psychischen und physiologischen Wirkung von Marihuana beitragen, wird doch als psychoaktiver Hauptbestandteil der Hanfpflanze Cannabis sative in erster Linie ∆9 Tetrahydrocannabinol (∆9 THC) gesehen. Die Symptome nach Marihuanakonsum sind neben dem erwünschten Gefühl „high“ zu sein außerdem

  • Gedächtnisschwäche,
  • ein gestörtes Zeitempfinden,
  • Beeinträchtigungen der motorischen und der Lernfähigkeiten sowie
  • Depersonalisation,

bei chronischen Konsumenten können zudem Beeinträchtigungen

  • des Herz-Kreislauf-Systems,
  • der Lungenfunktion und
  • der Reproduktion

auftreten.

 

Die Konsumptionsweise ist überwiegend das Rauchen. Orale Applikation mit der Nahrung oder als Flüssigextrakt kommen jedoch ebenfalls häufig vor. Die Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt setzt dabei langsamer ein als diejenige über die Lunge, hält allerdings auch länger an. Da Cannaboide und ihre Abbauprodukte fettlöslich sind, werden sie längere Zeit im Fettgewebe, einschließlich des Hirngewebes, gespeichert. Cannabis-Metaboliten können bereits wenige Stunden nach der Exposition in Blut, Gallenflüssigkeit, Urin und Stuhl nachgewiesen werden. Diejenigen, die im Fettgewebe gespeichert sind, werden nur langsam freigesetzt und über den Urin ausgeschieden, sodass hier – in Abhängigkeit von der Dauer und Intensität des Konsums – u. U. noch Monate später ein Nachweis erbracht werden kann. Der ∆9-THC-Metabolit 11-nor-∆9-THC-9-Carbonsäure gilt hierbei als wichtigster Urinmarker.

 

Tetrahydrocannabinol kann in der Regel 3-4 Tage nach einmaliger Einnahme, bei gelegentlichem Gebrauch bis zu 10 Tage und nach längerem Konsum bis zu etwa 35 Tage im Urin nachgewiesen werden.

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