Barbiturate

Qualitativer Screeningtest, bei positivem Befund Bestätigungsanalyse in der Facharztpraxis mittels GC-MS empfohlen.

Kurzform: BARB
Mailbox-Kürzel: BARB
Bevorzugtes Material: Urin
Alternativmaterial: -
Ausnahmematerial: -
Erforderliche Kriterien: Probenvolumen > 1000 µl
Einschränkungen/Interferenzen: -
Methode: KIMS (kinetic interaction of microparticles in a solution)
Untere Nachweisgrenze (analytische Sensitivität): Cutoff 200 µg/l
Umrechnungsfaktoren: -
Referenzintervalle: negativ
Bemerkungen:  
Literatur/Quelle: Testanleitung Roche Diagnostics GmbH, Mannheim

Barbiturate:

Semiquantitative und quantitative vorläufige Bestimmung von Barbituraten in Urin mittels In-vitro-Diagnosticum, die mit weiteren spezifischen chemischen Verfahren, idealerweise mit einer Gaschromatographie/Massenspektrometrie (GC/MS), bestätigt und unter Berücksichtigung der klinischen Symptome, insbesondere bei einem positiven Ergebnis, fachlich beurteilt werden muss.

Klinische Bedeutung:

Barbiturate sind eine aus der Barbitursäure (Malonylharnstoff) abgeleitete Drogenklasse. Sie kommen zum Einsatz als Einschlafhilfe sowie als Beikonsum bei Drogenabusus. Eine übermäßig hohe Dosierung hat

  • eine Beeinträchtigung der motorischen Koordination in Form von Sprachstörungen und Gleichgewichtsverlust,,
  • Wahrnehmungsstörungen ,
  • Fehleinschätzungen der eigenen Leistungsfähigkeit und von Situationen sowie
  • überschwängliche Euphorie

zur Folge, bei einer Überdosis kann es sogar zu

  • Stupor,
  • Koma und
  • Tod

kommen. Eine letale, additive Atemdepression kann bei der Kombination mit Alkohol, Opiaten oder anderen ZNS-Depressiva auftreten. Obwohl intramuskuläre oder intravenöse Verabreichungen auch möglich sind, erfolgt die Applikation in der Regel auf oralem Wege, wonach die Barbiturate schnell im Magen absorbiert werden und in die Blutbahn gelangen. In Abhängigkeit von der Fettlöslichkeit und den Proteinbindungseigenschaften findet die Verteilung und Konzentration der einzelnen Barbiturate in den unterschiedlichen Geweben statt, wobei die meisten in der Leber durch Seitenkettenoxidation, Stickstoffdealkylierung und/oder Desulfuration der Thiobarbiturate abgebaut werden. Der Stoffwechselgrad ist dabei von Barbiturat zu Barbiturat unterschiedlich: Secobarbital wird beispielsweise umfassend zu einer Reihe pharmakologisch inaktiver Metaboliten oxidiert, bei Phenobarbital und Barbital hingegen erfolgt eine nahezu unveränderte Urinausscheidung.

 

Barbiturate sind nach Einnahme für ca 1-7 Tage im Urin nachweisbar.

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